Januar 2, 2018

Shotokan Karate – Trainingsinhalt

Im Karate gibt es verschiedene Trainingsprogramme. Trainiert werden neben den immer wieder geforderten Grundtechniken wie Zuki (Schlag/Stoß), Tritte, Grundstellung, auch Ausdauertraining, z.B. Springen in Kampfhaltung über einige Minuten, Dojo-Kämpfe oder Kata-(Bunkai) Übungen. Gerade die Katas haben alle eine Geschichte, z.B. trainiert man den Verlauf eines Kampfes auf einem kleinen Boot. Entsprechend kurz oder lang werden diese Übungen dann ausgeführt.

Mit zunehmender Graduierung Trainingsübungen und Kataanzahl. Gerade das Training ist immer wieder der Hauptgrund wieso diese Kampfkunst viele Mitglieder recht früh wieder verliert. Die Anwender erhoffen sich schnelle Erfolge und viele Kämpfe. Möglichst möchte man sofort den schwarzen Gurt erhalten. Wie so oft ist Karate eine Lebenseinstellung und das Folgetraining baut auf das Anfängertraining auf.

Typisch für das Karate ist auch der Kampfschrei, das Kiai, wobei der Schüler nicht direkt Kiai schreien sollte, was man jedoch in Dojos sehr oft hört. Wie der Kampfschrei aussieht ist für Jedermann anders. Ebenso typisch ist die Verbeugung wenn man das Dojo betritt oder verlässt, wie auch die Verbeugung vor einem Kampf oder Kata. Das ist zurückzuführen auf die Regel des Karate, welche ursprünglich die geistige Reife belegen sollte. Deren erste Regel lautet „Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“.

In vielen Dojos werden auch sogenannte Dojo-Kämpfe ausgeführt. Dabei werden Schüler als Ringecken genutzt und Gürtel von Hand zu Hand als Begrenzung. Somit hat man einen kleinen Übungsring. Die Dojo-Kämpfe sind oft Übungen für Kumite-Veranstaltungen. Trainiert und gekämpft wird in Karate-Gi, dem klassischen Anzug, welcher in der Regel aus Hose und Oberteil besteht. Es gibt auch schwarze, rote oder andersfarbige Kleidung, welche jedoch in den meisten Dojos nicht erlaubt sind. Ebenso wenig wird der Leistungsstand an der Kleidung ausgemacht. Unterschieden wird dabei noch in der Stärke des Gi. Ähnlich dem Judo werden die Anzüge mit unterschiedlicher Stärke getragen. Nach jedem Abschnitt gibt es eine Prüfung, welche den aktuellen Leistungstand besiegeln soll.

Das höchste Ziel im Karate-Do ist nicht der Sieg oder die Niederlage, sondern die Perfektion des menschlichen CharaktersGichin Funakoshi

Das Karate Training besteht aus drei Teilen:

Kihon
einzelne Techniken werden gelernt und so verschiedene Formen von Angriff und Verteidigung vermittelt
Kumite
Übungen mit einem Gegner/Partner – in verschiedenen Stufen – von Attacke und Verteidigung bis zu freiem Sparring
Kata
traditionell überlieferte Bewegungsabläufe werden gelernt und durch häufige Wiederholung verinnerlicht und perfektioniert.

Regelmäßiges Training wirkt sich in unterschiedlichen Bereichen positiv aus:

  • Beweglichkeit
  • Körperbeherrschung
  • Atemtechnik
  • Fitness – Kondition
  • Selbstverteidigung
  • Konzentration
  • Lösung von Ängsten und Blockaden
  • Stärkung von Geist und Körper

Es besteht außerdem die Möglichkeit an intensiven Trainingseinheiten des Shotokan Karate Verbandes – sogenannten „Special Trainings“ – in z. B. Deutschland, Holland, der Schweiz, Frankreich, Israel oder den USA teilzunehmen.

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