Januar 2, 2018

Aikido – Biografie Morihei Ueshiba

1983
Morihei Ueshiba wurde am 14.Dezember 1883 in Tanabe, Japan geboren. Vater: Yoroku Ueshiba, Mutter: Yuki Itokawa, beide Nachkommen alter, wohlhabender Samurai-Familien.

1893
Als er 10 Jahre alt ist, wird sein Vater im Auftrag eines politischen Gegners verprügelt, was im jungen Morihei den Wunsch weckt, Meister der Kampfkünste zu werden. Er beginnt mit dem Training verschiedener Ju-Jutsu-Stile.

1901
Im Alter von 18 Jahren beginnt Morihei Ueshiba eine Kaufmannslehre in Tokyo und eröffnet einen kleinen Schreibwarenladen. Während seines kurzen Aufenthalts in Tokyo entdeckt er seine Begeisterung für die Kampfkünste. Einen Großteil seiner Zeit nutzt er für deren Studium (Tenjin-Shinyo-ryu, Kito-ryu-Ju-Jitsu, Yagyu-ryu ). Aufgrund schlechter Ernährung erkrankt er an Beri-Beri (Vitaminmangelerkrankung), gibt sein Geschäft auf und kehrt noch im selben Jahr nach Tanabe zurück.

1902
Morihei Ueshiba heiratet Hatsu Itokawa.

1903
Er tritt im Dezember in die Armee ein und wird einem Regiment zugeteilt, das in Osaka stationiert ist.

1904
Der russisch-japanische Krieg bricht aus. Das Regiment wird in die Mandschurei verlegt.

1905
Nach seiner Rückkehr widmet er sich wieder dem Studium der Kampfkünste (Kodokan Judo, Yagyu-ryu ).

1906
Morihei Ueshiba erhält die Lehrerlaubnis in Yagyu-ryu Jujutsu.

1910
Morihei Ueshiba reist nach Hokkaido und lässt sich von einem Freund für ein Siedlungsprojekt begeistern. Nach seiner Rückkehr nach Tanabe startet er eine Anwerbungskampagne.

1912
Er bricht als Expeditionsleiter mit einer Gruppe von 80 Personen nach Shirataki, einen Distrikt von Hokkaido, auf und lebt dort bis 1919 als Landwirt. Auch schwere Rückschläge entmutigen ihn nicht. Er hilft beim Aufbau eines Gesundheitssystems, unterstützt Pferdezucht, Bergbau und den Bau einer Schule.

1915
Im Jahr 1915 begegnete er Sokaku Takeda, einem größten Budo-Meister dieser Zeit. Er übte bei ihm 4 Jahre lang die Jiu-Jitsu-Stilrichtung „Daito-ryu“ und beschäftigte sich auch intensiv dem Studium der verschieden Waffen, insbesondere dem Schwert (Ken) der Lanze (Yari). Die Philosophie seines Lehrers „Geld gegen Technik“ soll damals zum Ruin Ueshibas geführt haben.

1919
Ueshibas Vater erkrankt. Er verlässt deshalb Hokkaido und lernt in Ayabe den Gründer der Omotokyo-Religion Wanisaburo Deguchi kennen. Dessen Lehre von Frieden, Harmonie, Toleranz und Güte beeindruckte Morihei Ueshiba zutiefst

1920
Er zieht mit seiner Familie nach Ayabe, ins Zentrum der Omotokyo-Religion und wird ein Anhänger von Wanisaburo Deguchi. In der Abgeschiedenheit der Berge will Ueshiba tief in Geheimnisse des Budo einzudringen. Das harte körperliche Training ergänzt Ueshiba zunehmend durch Meditation. Er unterrichtet die Anhänger Deguchi´s in Jiu-Jitsu. Ueshiba erhält sein erstes eigenes Dojo, evtl. auch mit dem Hintergedanken an die Ausbildung der Leibwache Deguchis. Wanisaburo Deguchi tritt als „Welterlöser“ und Kriegsgegner auf und kritisiert Kaiser und Staat! Die Regierung revanchiert sich mit diversen Verfolgungsmaßnahmen.

1921
Morihei erhält das „kyoji dairi“-Diplom von Sokaku Takeda

1923
Geburt des dritten Sohnes, Kisshomaru Ueshiba, des späteren Doshus.

1924

Jm Jahr 1924 treten Ueshiba und Deguchi eine Reise in die Mongolei an, um anderen gleichgesinnten Gruppen in Kontakt zu treten. Die Gruppe wird überfallen, verhaftet, eingesperrt und erst im Jahr 1925 durch Intervention der japanischen Regierung gerettet und kann nach Japan zurückkehren.

Bei seiner Expedition in die Mandschurei wurde er sich darüber klar, dass Phänomene existieren, die jenseits von Kraft und Technik liegen. Er entwickelte einen 6.Sinn: „Die Absicht mich zu töten, durchbohrte mich wie eine geistige Kugel, noch ehe er Feuer gab. Dank diesem Hinweis konnte ich ausweichen. Ich machte meinen Gegner kampfunfähig und entwaffnete ihn.“ Er hatte intuitiv das Prinzip der Angemessenheit angewandt und damit die „humane Komponente“ in „sein Budo“ integriert.

1925

Morihei Ueshiba genügt die praktische Ausrichtung der Kampkünste auf Krieg, Kampf und Vernichtung nicht mehr. Er erkennt, dass dies nicht der wahre Inhalt der Kampküste ist. Nach einem Duell mit einem Marineoffizier hat er sein Satori(Erleuchtung): „…das wahre Budo heißt den Geist des Kosmos in sich aufzunehmen, in der Welt Frieden halten und alles was in der Natur lebt schützen und achten…“. Morihei Ueshiba hat den Wechsel vom Jutsu(Methode,Taktik) zum Do (Weg, geistige Entwicklung) vollzogen. In diesem Jahr verwendet er zum ersten mal den Namen „Aiki-Budo“ für seine Kampfkunst. Auf Einladung des Admirals Isamu Takeshita gibt Morihei Ueshiba eine Vorführung vor einflussreichen Persönlichkeiten in Tokyo. Graf Yamamoto, der Premierminister, ist beeindruckt und lädt ihn als Lehrer für Mitglieder der kaiserlichen Familie ein.

1926
Morihei Ueshiba kehrt nach Ayabe zurück.

1927
Er wird erneut von Admiral Takeshita eingeladen und zieht daraufhin nach Tokyo um. Im Billard-Salon des Prinzen Shimazu wird ein vorläufiges Dojo improvisiert. Wegen permanenter Überfüllung wird in Wakamatsu ein neues Dojo geplant.

1928
Morihei Ueshiba wird als Dozent für Kampfkünste an die Marine-Akademie berufen.

1930
Jigoro Kano(Gründer des Judo) äussert bei einer Vorführung Morihei Ueshibas im Mejiro-Dojo: „Dies ist ideales Budo – wahres Judo“. Kano schickt seine Schüler Jiro Takeda und Minoru Mochizuki zu Ueshiba.

1931
Das neue Kobukan-Dojo in Wakamatsu ist fertiggestellt. Neue Schüler werden nur auf Empfehlung aufgenommen. Ueshiba reist durch das Land und unterrichtet in vielen Dojos. Er hält sich nur noch selten in Tokyo auf. In Iwama in der Präfektur Ibaraki wird der Aiki-Schrein (Aiki-Jinja) mit angeschlossenem Dojo und Wohnung gebaut.

1933
Morihei Ueshiba veröffentlicht „Budo Renshu“.

1937

Genaue Quellen zu diesem Zeitabschnitt gibt es keine. Ueshibas Name taucht aber in den Aufzeichnungen der Kashima-Schule auf. Vermutlich stammen viele Schwerttechniken Ueschibas aus dieser Schule. Genaues ist jedoch nicht bekannt. Heute ist Kashima-Shinto-ryu die Standardschwertausbildung der Aikikai-Lehrer.

1938
Morihei Ueshiba veröffentlicht seine Aufzeichnungen „Budo“.

1939
Morihei erhält eine Einladung in der Mandschurei zu unterrichten.

1941
Admiral Isamu Takeshita organisiert eine Vorführung vor Angehörigen der kaiserlichen Familie im Palast (Sainenkan Dojo). Morihei Ueshiba unterrichtet an der Akademie der Militär-Polizei und der Spionageabwehr.

Er unterrichtet während der Kampfkunst-Woche der Universität in der Mandschurei und wird Berater für Kampfkünste an den Universitäten Shimbuden und Kenkoku.

1942
Morihei Ueshiba ist sich des Widerspruchs zwischen dem zerstörerischen Krieg und dem wahren Bodo, dem „Weg der Liebe“, bewusst. Tief enttäuscht zieht er sich auf das Land nach Iwama zurück und überlässt seinem Sohn Kishomaru das Dojo in Tokyo. Kisshomaru Ueshiba wird Direktor der Kobukai Foundation. Von nun an lebt Morihei Ueshiba auf dem Land in Iwama. Er baut eine alte Scheune zum Dojo um. Seine Kampfkunst nennt er jetzt „Aikido“.

1943
Morihei Ueshiba beginnt in Iwama mit dem Bau des Aiki-Schreins (Aiki-Jinja).

1945
Nach dem Ende des Krieges verbieten die Amerikaner alle Kampfkünste. Die Kobukai Foundation muss ihre Aktivitäten einstellen.

Morihei Ueshiba praktiziert in der ländlichen Abgeschiedenheit in Iwama trotz der Verbote weiterhin Aikido.

1948
Die Besatzungsmächte und das japanische Erziehungsministerium geben die Erlaubnis eine Aiki-Stiftung mit dem Ziel der Verbreitung des Aikido zu gründen, „einem Weg des Budo, der der Förderung des internationalen Friedens und der Gerechtigkeit dient“. Aikido ist die erste Kampfkunst, die nach dem 2.Weltkrieg in Japan wieder praktiziert werden darf.

1949
Das Dojo in Tokyo wird wieder eröffnet und Kisshomaru Ueshiba gründet den Aikikai. Morihei Ueshiba bleibt in Iwama.

1956
Die japanische Wirtschaftslage bessert sich. Morihei Ueshiba gibt die erste öffentliche Vorführung nach dem Krieg. Es kommen wieder mehr Schüler ins Dojo. Darunter sind auch viele in Japan lebende Ausländer. Aikido wird langsam auch im Westen bekannt.

1958
Ein amerikanisches Fernsehteam dreht einen Dokumentarfilm über Morihei Ueshiba, den inzwischen legendären Film: „Rendezvous with an Adventure“.

1960
Morihei Ueshiba wurde mit der „Shiju Hosho Medaille“ von der japanischen Regierung ausgezeichnet.

1961
Morihei Ueshiba reist nach Hawai. Es ist seine erste und einzige Reise in die Vereinigten Staaten.

1963
Zum ersten Mal findet die „All japanese Aikido Demonstration“ statt.

1967
Das neue Honbu-Dojo in Tokyo wird eingeweiht.

1969
Anläßlich des Kagami Biraki gibt Morihei Ueshiba am 15. Januar seine letzte öffentliche Vorführung im Honbu-Dojo. Er stirbt am Morgen des 26. April im Alter von 86 Jahren an Leberkrebs

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